Einleitung
Systemisches Coaching ist eine vielseitige und tiefgehende Methode, die auf den Prinzipien der Systemtheorie basiert. Es bietet eine umfassende Betrachtung des Coachees in seinem sozialen und organisatorischen Kontext und betont die Bedeutung von Beziehungen und Interaktionen innerhalb des Systems. Diese Beschreibung stellt eine mögliche Sichtweise auf das systemische Coaching dar. Es gibt jedoch zahlreiche Interpretationen und Ansätze, die je nach theoretischem Hintergrund und praktischer Anwendung variieren können. Die Vielfalt der Perspektiven bereichert das Feld des Coachings und ermöglicht es, individuell angepasste und effektive Lösungen zu finden.
Ursprung und Hintergrund des systemischen Coachings
Das systemische Coaching hat seine Wurzeln in der Systemtheorie, die in den 1940er Jahren von Ludwig von Bertalanffy entwickelt wurde. Diese Theorie betrachtet Systeme als Ganzheiten, die aus miteinander verbundenen und interagierenden Teilen bestehen. Ein System kann alles Mögliche sein, von einer Familie oder einem Team bis hin zu einer Organisation oder Gesellschaft. Der Fokus liegt auf den Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen den Systemteilen und darauf, wie Veränderungen in einem Teil des Systems das gesamte System beeinflussen können.
In den 1980er Jahren begannen Therapeuten wie Virginia Satir und Paul Watzlawick, die Prinzipien der Systemtheorie auf die Therapie anzuwenden. Diese Ansätze wurden später in den Coaching-Bereich übernommen, wo sie sich auf die Unterstützung von Einzelpersonen und Gruppen konzentrieren, um effektiver zu arbeiten und zu kommunizieren.
Besonderheiten des systemischen Coachings
Systemisches Coaching ist besonders, weil es:
- Ganzheitliche Perspektive: Es betrachtet den Coachee (die zu coachende Person) nicht isoliert, sondern in seinem sozialen und organisatorischen Kontext. Es geht darum, die Dynamiken und Muster innerhalb des Systems zu verstehen.
- Fokus auf Beziehungen: Es betont die Bedeutung von Beziehungen und Interaktionen innerhalb des Systems und wie diese das Verhalten und die Ergebnisse beeinflussen.
- Lösungsorientierung: Statt sich auf Probleme und deren Ursachen zu konzentrieren, fokussiert sich systemisches Coaching auf Lösungen und Ressourcen, die der Coachee bereits besitzt oder entwickeln kann.
- Reflexion und Selbstorganisation: Es fördert die Selbstreflexion und Selbstorganisation des Coachees, damit dieser selbstbestimmt Veränderungen initiieren und umsetzen kann.
- Vielfalt der Methoden: Es integriert verschiedene Methoden und Techniken, die je nach Bedarf und Kontext angepasst werden können.
Schritte des systemischen Coachings
Ein systemischer Coaching-Prozess kann folgende Schritte umfassen:
- Auftragsklärung
- Ziel: Klärung der Erwartungen und Ziele des Coachings.
- Aktivitäten: Gespräch über die Anliegen des Coachees, Vereinbarung von Zielen und Rahmenbedingungen, Festlegung der Rollen und Verantwortlichkeiten.
- Systemanalyse
- Ziel: Verstehen des Systems, in dem der Coachee agiert.
- Aktivitäten: Analyse der relevanten Systeme und deren Dynamiken, Identifikation von Beziehungen und Wechselwirkungen, Nutzung von Systemdiagrammen oder Genogrammen.
- Zieldefinition
- Ziel: Konkretisierung der Coaching-Ziele.
- Aktivitäten: Formulierung klarer, erreichbarer und messbarer Ziele, die im Coachingprozess verfolgt werden sollen.
- Hypothesenbildung und -prüfung
- Ziel: Entwicklung von Hypothesen über mögliche Zusammenhänge und Muster im System.
- Aktivitäten: Formulierung von Hypothesen, Diskussion und Prüfung dieser Hypothesen mit dem Coachee, Anpassung der Hypothesen basierend auf Rückmeldungen.
- Interventionen
- Ziel: Umsetzung von Maßnahmen zur Erreichung der Coaching-Ziele.
- Aktivitäten: Einsatz spezifischer Techniken und Methoden (z.B. zirkuläre Fragen, Perspektivwechsel, Metaphernarbeit), Durchführung von Übungen und Aufgaben, Feedback-Schleifen zur Reflexion und Anpassung der Maßnahmen.
- Evaluation und Abschluss
- Ziel: Bewertung der Fortschritte und des Coaching-Erfolgs.
- Aktivitäten: Überprüfung der Zielerreichung, Reflexion des Coaching-Prozesses, Identifikation von Lernerfahrungen, Planung weiterer Schritte oder Abschlusstreffen.
Unterschiede zu anderen Coaching-Verfahren
- Behaviorales Coaching
- Fokus: Verhaltensänderungen durch Konditionierung und Verstärkung.
- Methode: Zielsetzung, Beobachtung, Feedback, Belohnungssysteme.
- Unterschied: Konzentriert sich stärker auf individuelles Verhalten und weniger auf systemische Zusammenhänge.
- Mentoring
- Fokus: Weitergabe von Wissen und Erfahrungen durch einen erfahrenen Mentor.
- Methode: Beratung, Unterstützung, Vorbildfunktion.
- Unterschied: Eher beratend und weniger auf die Selbstreflexion und Selbstorganisation des Mentees ausgerichtet.
- Lösungsfokussiertes Coaching
- Fokus: Entwicklung von Lösungen basierend auf vorhandenen Ressourcen.
- Methode: Zielorientierte Gespräche, Identifikation von Ausnahmen und Ressourcen.
- Unterschied: Ähnlich wie systemisches Coaching, jedoch oft weniger tief in die systemische Analyse eingebunden.
- Transaktionsanalytisches Coaching
- Fokus: Verständnis und Veränderung von Kommunikationsmustern und inneren Haltungen.
- Methode: Analyse von Ich-Zuständen, Transaktionen und Skripten.
- Unterschied: Stärker auf psychologische Modelle und individuelle innere Zustände fokussiert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass systemisches Coaching durch seine umfassende, kontextuelle Herangehensweise und den Fokus auf Beziehungen und Interaktionen innerhalb von Systemen gekennzeichnet ist. Es unterscheidet sich von anderen Coaching-Methoden durch seine ganzheitliche Sichtweise und die Betonung der Selbstreflexion und Selbstorganisation des Coachees.
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